Es ist eine Ehre, um einen Text gefragt zu werden, und ich schreibe und formuliere gern, komme der Aufforderung also gerne nach. Nur — seien Sie bitte nicht enttäuscht — über das Klaviertrio kann und werde ich nichts schreiben, da es nichts darüber zu sagen gibt.
Ich habe es geschrieben, habe versucht zu hören, die Harmonik, die Linien, die Dauern, die Tempi zu messen, habe vieles weggeworfen, damit was bleibt, stimmt. — Wer macht es nicht so?
Vieles hat mich überrascht, die Schattierungen, die Ausdrücke, die oft gemischter Art sind — wem geht es nicht so?
Wieviele Werkkommentare beginnen nicht mit den Worten "eigentlich brauche man nicht über die Musik zu sprechen" etc., da man sie ja doch wohl hören könne — ein Anknüpfen an ein gutes altes Teil unseres Kulturverständnisses, das als Erinnerungskonsens noch in uns fortlebt —, um dann doch vieles zu erklären.
Traut man den Ohren, den Klängen nicht, meint man etwas zu verpassen? Meint man wirklich Musik verstehen zu können?
Ich halte Musik nicht für erklärbar, und auch nicht für erklärungsbedürftig. Darum — hören Sie einfach zu.
Hartmut Jentzsch, 2006
URL: http://www.trio-sciolto.de/jentzsch.html - Letzte Änderung: 01.03.2006
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